Quelle des Monats

Auf diesen Seiten stellen wir historische Hintergrundinformationen, wissenschaftlich fundiertes Wissen und Streifzüge durch die Geschichte der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino zur Verfügung, welche dem grenzüberschreitenden Forschungsprojekt HISTOREGIO entspringen.

Technologie-transformationen

  • „Geist der Menschlichkeit” oder „Kathedralen des Fortschrittes”?

    Die Quelle des Monats Juli ist ein Leitartikel der in der deutschsprachigen katholisch-konservativen Tageszeitung Dolomiten anlässlich der Einweihung der Wasserkraftwerke Kastelbell und Glurns im Sommer 1949 erschien. Der vermutlich vom Chefredakteur Kanonikus Michael Gamper verfasste Artikel behandelt den Gegensatz zwischen menschlichem Schicksal und technologischem Fortschritt anhand der Entwicklungen im Bereich der Wasserkraft im Vinschgau.

  • Die große Wasserkraft des Trentino

    „Das Trentino ist ein reiches Land. Sein italienischer Charakter ist sein größter Reichtum. Aber es ist auch reich an Naturschönheiten, Bodenschätzen und Wasserkraft“, so schrieb Emanuele Lanzerotti 1915. Der Ingenieur wollte den Neutralisten, die das Trentino „entwerteten“, widersprechen und gleichzeitig die Idee verbreiten, dass die italienische Wirtschaft hinsichtlich des ungenutzten Wasserkraftpotenzials der Region, von ihrer Annexion stark profitieren würde.

  • Die Turbine erschließt das Energiepotential der Alpen

    Die Quelle des Monats Januar handelt von einer Technologietransformation, die im 19. Jahrhundert eine Energierevolution einleitete. Die Turbine entstand aus einer Weiterentwicklung des einfachen Wasserrades und war, im Vergleich zur Einfachheit ihres Vorgängers, gegen hohen Wasserdruck widerstandsfähiger. Diese Eigenschaft ermöglichte den Einsatz der Turbine zur Produktion von Hydroelektrizität und führte hiermit zu einer Transformation der Energielandschaft der Alpen.

  • Die Energieversorgung der Industriezone Bozen

    "Jede Diskussion [über Stromtarife in der Industriezone] muss unter der Prämisse geführt werden: Wer verteilt die Energie?“ So beginnt ein Memorandum, das im Hinblick auf ein in der Präfektur Bozen organisiertes Treffen zwischen zwei rivalisierenden Elektrizitätsgesellschaften im April 1936 verfasst wurde. Das Dokument aus dem Archiv der Etschwerke beschreibt den Wettbewerb zwischen den letzteren und der Società Trentina Elettricità (STE) um die Energieversorgung der aufstrebenden Industriezone der Landeshauptstadt und enthüllt dabei eine Überraschung.

 

Annexion Südtirols

 

Regionales Nation-Building

  • „Mit treudeutschem Gruße.“ Der Deutsche Schulverein und die Mechanismen einer nationalistischen Grenzlandagenda

    Die Quellen des Monats September befassen sich mit dem kleinräumigen Wirken des 1880 in Wien gegründeten Deutschen Schulvereins. Dieser hatte es sich zur Aufgabe gesetzt, die Grenzregionen der Habsburgermonarchie mit einschlägigen und breit-angelegten Bildungs- und Ideologieoffensiven zu fördern, in denen deutsche Sprachgemeinden in der Minderheit waren und so vor nichtdeutschen, d.h. „fremden“ Einflüssen zu beschützen. Das sogenannte „Grenz-“ oder „Auslandsdeutschtum“ sollte damit in Böhmen, in Mähren, in Galizien, in der Bukowina, im Österreichischen Küstenland, aber auch in den Verwaltungsbezirken des südlichen Tirols des 19. Jahrhunderts, vor den Bedrohungen einer angeblichen kulturellen Überfremdung verteidigt werden.

  • "Der italienische Charakter des Trentino und die Abneigung gegenüber Österreich." Ein Artikel von Alberto Manzi

    Die Quelle-des-Monats Juni stellt einen 83 Seiten umfassenden Aufsatz von Alberto Manzi dar, der 1915, noch vor der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn, in der Rivista d’Italia (Nr. 2) erschien. Der Artikel „L’italianità nel Trentino e l’avversione austriaca“ (Der italienische Charakter des Trentino und die Abneigung gegenüber Österreich) wurde in der von der Società Editrice Dante Alighieri in Rom zwischen 1898 und 1928 herausgegebenen Zeitschrift veröffentlicht. Er behandelt die aus Sicht des Autors eindeutige kulturelle Verfasstheit des Trentino (Italianität) und die von Manzi konstatierte Abneigung der damaligen Trentiner Bevölkerung gegen Österreich.

  • Italien in Innsbruck? Die italienischen Vereine um 1900 in einer mittleren Kleinstadt

    Die Quelle-des-Monats März stellt den Vereinsstempel des 1908 begründeten, 1916 bereits wieder aufgelösten italienischen Arbeiterkulturvereines (Lega per la coltura sociale) in Innsbruck dar. Der Beitrag selbst widmet sich den gesellschaftlichen Verhältnissen in der Stadt Innsbruck um 1900 unter dem Eindruck des Nationalitätenkonfliktes. Dabei stehen im Besonderen die italienischen Vereinsgründungen im Vordergrund, die während eines allgemeinen Vereinsbooms einsetzten.

  • „Die deutsche Grenze treu gewahrt, das ist Deutschtiroler Art!“ Der Tiroler Volksbund als Beförderer einer nationalistischen Entfremdung

    Die HISTOREGIO-Quelle-des-Monats stellt eine vom Tiroler Volksbund im Jahr 1915 veröffentlichte Druckgrafik dar, die symbolisch den völkisch-kulturellen Abwehrkampf des Tiroler Volksbundes gegen den italienischen Irredentismus im Trentino darstellen soll. Auf Basis einer Karte, die alle dort abgebildeten Orte nur mit deren deutschen Namen auflistet, wird der deutschtiroler Anspruch auf den damaligen südlichen Teil Tirols (Welschtirol/Trentino) deutlich: In einer klaren militärischen Machtsymbolik wird der Irredentismus mittels eines kräftigen Trittes in das Gesäß außer Landes „gewiesen“.