Vor 100 Jahren

Bereits vor 100 Jahren wurde diskutiert, ob die Geschäfte an Mariä Empfängnis offen oder geschlossen halten sollen
Foto: Biblioteca Digitale Trentina/Public Domain

Ja oder Nein zur Sonntags- und Feiertagsöffnung?

Trienter Schreibwarenhändler halten am 8. Dezember geschlossen

Sollen Geschäfte an Sonn- und Feiertagen offenhalten oder geschlossen bleiben? Gerade in der Adventszeit rückt diese Frage immer wieder in den Mittelpunkt – heute wie vor hundert Jahren – wie in der christlich-sozial ausgerichteten Tageszeitung „Il Nuovo Trentino“ vom 7. Dezember 1923 zu lesen ist:

„Die Geschäfte und das Fest Mariä Empfängnis

Der Verband der Schreibwarenhändler von Trient bittet um die Mitteilung an die Leserschaft, dass die Schreibwarenhändler beschlossen haben, ihre Geschäfte am Samstag, 8. d. M., einem gebotenen Feiertag, geschlossen zu halten. 

Wir begrüßen diese Entscheidung der Trienter Schreibwarenhändler ganz klar, weil sie damit jene Feiertage würdigen, die allen Personen mit katholischem Gewissen heilig sind. Wir begrüßen dies umso mehr, weil mit der obgenannten Entscheidung ein Missverständnis im Handel ausgeräumt wird, dem jene erlegen sind, die aufgrund der gestrigen Mitteilung des Handelsverbandes geglaubt haben, dass das Fest der Unbefleckten Empfängnis nicht mehr zu den gebotenen Feiertagen gehöre.

Da wir schon von Missverständnissen sprechen, möchten wir ein weiteres ausräumen und darauf hinweisen, dass die städtische Verordnung Nr. 1532 vom 7. November 1921 über die Öffnungs- und Schließzeiten der Geschäfte nach der Einführung des italienischen Gemeinde- und Provinzgesetzes unserer Meinung nach keine Rechtskraft mehr hat. Diejenigen Geschäftsinhaber, die ihr Geschäft morgen geschlossen halten wollen, verstoßen also nicht gegen diese Verordnung.“

  

07.12.2023 - Maria Pichler

  

Andere Artikel dieser Kategorie