Vor 100 Jahren

Die Bachlechnerkrippe im Zisterzienserstift Zwettl (Waldviertel/Niederösterreich)
Quelle: Zisterzienserstift Zwettl, Archiv

Tirol: „der klassische Boden für den Krippenbau“

Traditionelle Weihnachtskrippe feiert Jubiläum

Das „Krippeleschaug’n“ hat in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino eine lange Tradition, von der bis heute zahlreiche Krippenvereine mit ihren Ausstellungen zeugen. Wie der „Walliser Volksfreund“ in seiner Ausgabe vom 15. Dezember 1923 schreibt, gilt der Heilige Franz von Assisi als Begründer der Weihnachtskrippe: Einer Legende nach soll dieser am 24. Dezember 1223 in einer Felsenhöhle bei Greccio im nordöstliche Latium die Weihnachtsgeschichte mit lebenden Tieren nachgestellt haben.

Über die Tiroler Krippen berichtet die Zeitung des Christlichsozialen Kartells Oberwallis in der Schweiz anlässlich der „[…] VII. Jahrhundertfeier der Weihnachtskrippe“:

„Seit einigen Jahren bestehen Vereine für Krippenwesen in Bayern, Oberösterreich, Salzburg und Tirol, eben in jenen Ländern, wo die Weihnachtskrippen am meisten in Gebrauch sind. In Tirol besonders ist der klassische Boden für den Krippenbau, entsprechend dem tief religiösen und gemütsreichen Volksstamme. – Hier, in Hall bei Innsbruck, arbeitete seit vielen Jahren der geniale Künstler Bachlechner gegen die Weihnachtszeit unermüdlich an seinen allerliebsten Krippenstatuen, bis am letzten 20. Oktober dem größten Tiroler Bildhauer das Schnitzmesser im Tode aus der Hand gefallen ist. 

[…]

Zu Innsbruck wird in diesen Tagen eine eigene Krippenausstellung eröffnet, und ein achttägiges Krippenfest mit Predigten und allerlei Veranstaltungen vom 8. bis 16. Dezember gelten eigens dem Krippenjubiläum.“

2021 ist der Krippenbrauch in Österreich von der UNESCO in die Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. 

 

14.12.2023 - Maria Pichler

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