Vor 100 Jahren

Julius Frh. v. Riccabona zu Reichenfels
Quelle: ÖCV, Austria Innsbruck

Julius Freiherr von Riccabona zu Reichenfels

Förderer der Raiffeisenidee in Tirol 1924 in Bozen verstorben

Julius Freiherr von Riccabona zu Reichenfels (1835–1924) gilt als Förderer und Motor der Raiffeisenidee in Tirol. Der langjährige Landtagsabgeordnete erwarb sich große Verdienste um die Entwicklung der Tiroler Landwirtschaft, trug maßgeblich zur Gründung von landwirtschaftlichen Genossenschaften bei und wirkte am Aufbau der Raiffeisenkassen in Tirol mit. Riccabona zu Reichenfels gilt auch als ideeller Wegbereiter des Tiroler Bauernbundes, der 1904 gegründet wurde. Geboren in Innsbruck, verstarb Riccabona zu Reichenfels am 22. April 1924 in Gries bei Bozen. 

In seiner Ausgabe vom April 1924 widmet der Raiffeisen-Bote dem Gründer und Altobmann der Tiroler Raiffeisenkassen die Titelseite: 

„Dr. Julius Frh. v. Riccabona zu Reichenfels

der Gründer und Alt-Obmann der Raiffeisen-Kassen unseres Heimatlandes gestorben.

Tieferschüttert geben wir unseren Genossenschaften die traurige Nachricht, daß am 22. April l. J. um 9 ½ Uhr abends in Gries bei Bozen nach kurzem Krankenlager Herr Dr. Julius Freiherr von Riccabona zu Reichenfels, Herr und Landmann in Tirol, gewesener Landeskulturratspräsident und langjähriger Landtagsabgeordneter, in seinem 90. Lebensjahre verschieden ist. Der Verstorbene war der Gründer und Altobmann der Raiffeisenvereinigungen unseres Heimatlandes. Überall gründete er unsere gemeinnützigen Kassenvereine, wodurch er so manche Gemeinde und ihre Einwohner aus mißlichen Vermögensverhältnissen befreite und ihnen zum Wohlstande verhalf. Die dankbaren Gemeinden ehrten hierfür ihren Wohltäter durch Verleihung des Eherenbürgerrechtes, so daß der nun Verstorbene Ehrenbürger von weit über 100 Gemeinden geworden war. Es wird wohl keinen zweiten Mann in unserem Lande geben, der so viele Ehrenbürgerrechte besitzt, wie sie Dr. Julius Freiherr v. Riccabona aufweisen konnte. 

Mit zunehmendem Alter zog sich der Verstorbene vom öffentlichen Leben zurück und verbrachte mit seiner Gemahlin den Lebensabend im sonnigen Klima von Gries. 

Im vorigen Jahre konnte das hochgeschätzte Jubelpaar in voller Gesundheit das diamantene (60jährige) Hochzeitsjubiläum im Kreise der Kinder und Enkelkinder begehen. Gar oft sah man das greise, ehrwürdige Paar Arm in Arm durch die Straßen von Bozen und Gries gehen. 

Nun hat der Tod den treuen Lebensgefährten von der Seite seiner Gemahlin gerissen. Einer der Besten unserer Heimat, der seine ganze Schaffenskraft für das öffentliche Wohl widmete, ist von uns geschieden. Möge der Allmächtige seinen treuen Diener mit der Himmelskrone belohnen. […]“

25.04.2024 - Maria Pichler

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